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Filmklappe


Erfahrungsbericht einer TV-Produktion

Wir angehenden Kaufleute für audiovisuelle Medien arbeiten häufig in der Disposition...
...ein kleiner Einblick aus dem Alltag eines "Dispo-Sklaven"


Es ist Freitag. Eigentlich ein schöner, dem Wochenende sehr naher Tag. Wenn da nicht noch die drei Produktionen vorbereitet werden müssten. Je nachdem, wie lang und wo die Produktionen sind und wie viel Vorarbeit der Kunde selber leistet, heißt das für uns:
  • Übernachtungen organisieren
  • Anfahrtsskizzen zum Produktionsort und Hotel erstellen
  • Arbeits- und Fahraufträge schreiben
  • mit den Kunden Rücksprachen halten über z.B. Treffpunkt vor Ort, Akkreditierung der Crew oder auch über Kostenübernahme von zusätzlichen Übernachtungen
  • Stablisten oder ganze Tagesdispositionen schreiben
  • die Mitarbeiter über Besonderheiten informieren (Kleiderordnung etc.)
  • Kassetten bereitstellen und eventuell zusätzliche Technik anmieten
Und das dann alles mal drei!!!

Da heißt es "Übersicht bewahren". Leute, die kein Organisationstalent haben oder Stress nicht vertragen, sind hier ganz falsch. Genauso wie Leute, die Überstunden und Wochenendarbeit verabscheuen.

Um z.B. eine zusätzliche Übernachtung von sechs Leuten auf Kosten des Kunden zu erreichen, bedarf es schon dem richtigen "Feeling" für den jeweiligen Kunden. Mit manchen kann man ganz offen über alles reden und manche flippen bei jeder Kleinigkeit aus. Eine gute Menschenkenntnis und Beobachtungsgabe ist unabdingbar.

Zur Produktionsvorbereitung gehören auch manchmal Vorbesichtigungen von Drehorten. Im Idealfall heißt das: man macht bei schönem Wetter mit ein - zwei Leuten einen Spaziergang und unterhält sich nett. Aber Ideal ist ja langweilig. Darum ist es auch mehr ein reges Durcheinandergequatsche von Regisseur, Produktionsleitung, Kameraleuten, Licht- und Tontechnikern...
Und während man dem Tross hinterher spurtet (dabei immer die Meter zählend, um die Kabellängen für die Kameras rauszubekommen) muss man dann feststellen, dass man zwar mit zwei Ohren vier Leuten zuhören, aber dass eine Hand unmöglich soviel mitschreiben kann. Wer also drei Dinge gleichzeitig machen kann, sich nicht aus der Ruhe bringen lässt und auch noch ein halbwegs brauchbares Gedächtnis hat, der dürfte hier richtig sein.

Nun könnte man ja fragen, wozu der Aufwand? Ganz einfach: durch eine Vorbesichtigung und die dadurch bessere Vorbereitung bleibt einem oft die persönliche Produktionsüberwachung erspart. Aber das gehört dann schon in den Bereich des Aufnahmeleiters.

Wie sich im Nachhinein herausstellen sollte, endete mein Arbeitstag an diesem Freitag nicht vor 21 Uhr...



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